Präventive Maßnahmen, um Datenverlust vorzubeugen

Die häufigsten Ursachen für Datenverlust

Gestern Abend haben Sie vor dem Feierabend die tägliche Arbeit und die dazugehörigen Dateien gespeichert, doch heute sind die Daten beschädigt oder nicht mehr vorhanden. Wie gut, dass Sie entweder manuell oder eben mit einer Backup-Software, wie wir es hier empfehlen, Ihre Daten zusätzlich gesichert haben. Schließlich ist das eine erste Vorsichtsmaßnahme, um vor dem vollständigen Datenverlust geschützt zu sein. So müssen Sie sich nicht vor den diversen Ursachen für Datenverlust ängstigen, denn neben einem Headcrash gibt es weitere Gefahren, die lauern und denen Ihre Daten zum Opfer fallen können.

Was ist Datenverlust?
Als Datenverlust bezeichnet man gemeinhin ein Ereignis, bei dem Daten zerstört, gelöscht, beschädigt oder von Benutzern und Softwareanwendungen unlesbar gemacht werden. Ein Datenverlust kann absichtlich oder versehentlich eintreten. Ein Datenverlust führt dazu, dass einige oder alle Datenelemente für den Eigentümer oder die entsprechende Softwareanwendung unbrauchbar werden. Daten können entweder bei der Speicherung, Übertragung, Verarbeitung oder innerhalb eines Netzwerks verloren gehen.

Update 2024: Häufige Ursachen für Datenverlust in 2023 und Schäden

Unsere aktuelle Grafik zeigt die häufigsten Ursachen für Datenverlust in Deutschland 2023 und die daraus resultierenden finanziellen Schäden.

Cyberangriffe sind mit 30% die häufigste Ursache, verursachen Schäden von 220 Milliarden Euro. Menschliches Versagen folgt mit 20% und 150 Milliarden Euro Schaden. Hardware-Ausfälle machen 15% aus und kosten 120 Milliarden Euro. Schadsoftware verursacht 12% der Verluste, was 100 Milliarden Euro entspricht. Diebstahl und Verlust sind für 8% verantwortlich und führen zu 80 Milliarden Euro Schaden.

Naturkatastrophen und höhere Gewalt tragen mit 5% und 60 Milliarden Euro zu den Verlusten bei. Softwarefehler verursachen 4% der Verluste und kosten 50 Milliarden Euro. Stromausfälle machen 3% aus und verursachen 40 Milliarden Euro Schaden. Schwache oder verlorene Passwörter sind für 2% der Verluste verantwortlich und kosten 30 Milliarden Euro. Schatten-IT verursacht 1% der Datenverluste und führt zu 20 Milliarden Euro Schaden.

Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit umfassender Sicherheitsmaßnahmen und regelmäßiger Überprüfungen der IT-Infrastruktur, um Datenverluste zu verhindern und finanzielle Schäden zu minimieren (Quellen: Proofpoint, IBM, Caseware, Cavelo, idgard, ahd.de, Security Today).

Hintergründe zu den wichtigsten Ursachen des Datenverlustes

Menschliches Versagen

zerstörte Festplatte
34189773 © Gewoldi @ stock.adobe.com

Menschliches Versagen ist die Hauptursache für die meisten Datenverluste. Sei es im privaten oder geschäftlichen Bereich, da der Mensch von Natur aus eben nicht perfekt ist. Unter Mitarbeitern des Supports und Technikern im IT-Bereich gibt es die Abkürzung „DAU“. Das bedeutet, wenig schmeichelhaft, „Dümmster anzunehmender User“. Auch die Bezeichnung „Problem befindet sich zwischen Stuhl und Tastatur“ dürfte eindeutig sein. Aber, damit Sie nicht zum „Error 40“ („Der Fehler sitzt 40 Zentimeter vor der Tastatur“) werden, nachfolgend einige Situationen, die Sie vermeiden sollten.

Versehentliches Löschen von Dateien oder Datenträgern ist in der Regel ein Fehler des Benutzers, bei dem eine Datei oder ein Ordner versehentlich gelöscht wird, ohne dass ein Backup vorhanden ist. Dies geschieht aufgrund mangelnder Konzentration oder eines Moments der Ablenkung seitens des Anwenders.

Unbeabsichtigt gelöschte Dateien können unwiederbringlich verloren gehen, wenn es keine Sicherungskopie gibt. Daher ist es von größter Wichtigkeit, angemessene Arbeitsabläufe einzurichten, die eine regelmäßige Sicherung der Arbeit und Strategien für eine systematische Datensicherung beinhalten.

Das Verschütten von Kaffee oder Getränken auf einem Laptop ist ein häufiges Missgeschick, das zu Datenverlusten führt. Gerade beim Laptop läuft die Flüssigkeit in der Regel auf der Tastatur entlang und dringt dann in die inneren Teile des Geräts ein. Flüssigkeiten können einen Kurzschluss verursachen, der die elektronischen Teile eines Computers, einschließlich der Festplatte, beschädigen kann. Ähnlich geartet sind Wasserschäden. Sei es, weil der Laptop durch Starkregen nass wird oder ins Wasser fällt, in beiden Fällen zieht es eine Beeinträchtigung des Geräts und fast sicherem Datenverlust nach sich.

  • Der Schaden fällt geringer aus, wenn sich der Vorfall ereignet, während der Laptop ausgeschaltet ist. Bei Wasserschäden an der Tastatur eines üblichen PCs ist kein Risiko eines Datenverlustes gegeben. Möglicherweise wird aber das Eingabegerät dadurch unbrauchbar, besonders, wenn es klebrige Flüssigkeiten sind, die sich auf die Tasten ergießen.

Der Sturz des Geräts ist eine nicht zu unterschätzende Gefährdung Ihrer Daten. So kann ein Laptop, der unglücklich vom Schreibtisch fällt, so stark in Mitleidenschaft gezogen werden, dass die Festplatte aufgrund einer Beschädigung nicht mehr funktionsfähig ist. Auch das Fallenlassen eines externen Datenträgers kann Daten völlig unbrauchbar werden lassen.

Diebstahl

Datenverluste durch Diebstahl treten in der Regel auf, wenn ein Datenspeichergerät wie ein Laptop oder ein externer Datenträger gestohlen werden. Dadurch, dass diese Geräte tragbar sind, erhöht sich das Risiko eines Diebstahls. Im Allgemeinen können die Daten auf einem Laptop oder einem externen Laufwerk viel wertvoller sein als das Gerät selbst, so dass die Kosten für den Ersatz des Laptops im Vergleich zu den Kosten für den Ersatz der gestohlenen Daten nicht hoch sind.

  • Wenn Sie die Daten jedoch verschlüsselt haben, können sie zwar entwendet werden, aber der Zugriff darauf ist für die Diebe nicht möglich. Ferner können Daten auch auf digitalem Wege durch Hackerangriffe oder Schadsoftware gestohlen werden.
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Tipp der Redaktion:

Eine Möglichkeit der Verschlüsselung von Daten erklären wir Ihnen hier.

Beschädigung durch Software

Softwarefehlfunktionen oder -abstürze sind eine weitere wichtige Ursache für Datenverluste. Jegliche Anwendung die zur Bearbeitung von Daten verwendet wird, kann abstürzen, was Datenverlust oder -beschädigung zur Folge haben könnte. Ebenso können Daten auch bei der Datensicherung verloren gehen.

Zu den häufigen Fehlern bei der Datensicherung gehören das Versagen des Systems, Dateikopien zu erstellen. Antiviren-Software kann ebenfalls Daten löschen, wenn sie sie fälschlicherweise als Schadsoftware erkennt. Auch bei der Konvertierung von Dateiformaten können Fehler auftreten, die Beschädigungen und Verlust von Daten nach sich ziehen können.

Computerviren & Ransomware

Computerviren können in Festplatten und Firmennetzwerksysteme eindringen und dort gespeicherte Daten beschädigen. Viren können wichtige Daten stehlen, beschädigen, verschlüsseln oder löschen. Zu den Computerviren gehört in der Regel auch Malware, wie z. B. Ransomware.

Definition Ransomware
Diese Schadsoftware droht damit, den Zugriff auf die Daten zu sperren oder sie öffentlich zugänglich zu machen, wenn kein Lösegeld gezahlt wird. E-Mail-Angriffe durch Phishing können Ransomware auf dem PC einschleußen und dann Daten stehlen und beschädigen. Ransomware kann neben technischen Maßnahmen (Virenschutz, Firewall, Security Operation Center - SOC, usw.) oftmals nur durch eine gesteigerte Wahrnehmung (Awareness) der Nutzer verhindert werden. Durch den Einsatz von KI durch Cyberkriminelle wird es immer schwieriger zwischen "Freund und Feind" zu unterscheiden. Führende IT-Sicherheitsunternehmen arbeiten derzeit gezielt an diesen Problemstellungen.
Für den Fall dass Daten bereits verschlüsselt wurden, ist es manchmal sinnvoll, eine Ransomware Datenrettung zu versuchen. Die Erfolgsaussichten sind jedoch sehr schwankend aufgrund der hohen Verschlüsselungstiefe.

Generelle Beeinträchtigung der Hardware

Hardware, die Daten enthält oder mit der sie verarbeitet werden, kann beschädigt werden, was zu unwiederbringlichem Datenverlust führt. Besonders Festplatten sind anfällig für Schäden durch Überhitzung, Wasser und Feuer, Stromausfall, Fehlbedienung oder unsachgemäßes Anschließen. Außerdem kann es zu Fehlfunktionen der Hardware kommen, z. B. durch beschädigte Firmware, defekte Lese-/Schreibköpfe oder fehlerhafte Sektoren.

Stromausfall

Eine Unterbrechung der Stromversorgung oder ein Stromausfall, während ein Benutzer ein Dokument bearbeitet, kann zu einem Datenverlust führen, wenn die Daten nicht systematisch gespeichert wurden. Bei Computern kann es zu Problemen beim Neustart kommen, was dazu führt, dass der Zugriff auf Daten nicht mehr möglich ist. Plötzliche Überspannung, die durch den Blitzeinschlag ins Stromnetz ausgelöst wird, kann die Computerhardware beschädigen und zu Datenverlusten führen.

Natürlich treten die aufgeführten Risiken nicht ständig und in vollem Umfang bei Ihnen auf, aber wenn es passiert, dann meist aus heiterem Himmel. Vor Angriffen von Außen lässt sich mit entsprechender Schutzsoftware Vorsorge treffen, gegen Verwendung der Daten bei Diebstahl des Gerätes hilft die Verschlüsselung, gegen Schusseligkeit hilft meist ein durchdachtes Sicherungs- und Wiederherstellungskonzept, wie Sie es hier erläutert finden.

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