Der Siemens Atlas der Digitalisierung

13. Februar 2022 • News

Zukunftsvisionen unseres Alltags und deren Risiken

Im Jahr 2019 veröffentlichte der Technologiekonzern Siemens seinen „Atlas der Digitalisierung“. Grundlagen dafür waren die drei Unterthemen Chancen, Mobilität und Nachhaltigkeit der in Dubai ausgerichteten Expo 2020. In ihm wird untersucht, wie sich durch die vierte industrielle Revolution das Leben in Städten weltweit bereits verändert hat und welches Zukunftspotenzial sich noch ergeben wird.

Alles muss „smart“ sein

Wir sind umgeben von smarten Geräten, sei es im Smart Home, in dem von der Jalousie, die sich selbst herunterlässt, bis zur Vernetzung des Kühlschranks mit dem Lebensmittelhandel, alles elektronisch und idealerweise automatisch gesteuert ist. Zur Arbeit fahren wir mit dem selbstfahrenden Auto, der smarte Haushaltshelfer saugt den Boden eigenständig und der Rasenmäher dreht seine Runden entsprechend eines optimierten Algorithmus.

Bereits George Orwell, der 1946 seinen Zukunftsroman „1984“ schrieb, machte sich Gedanken über Informationen, die über Menschen gesammelt werden. Dies drückte er mit „Big Brother is watching you“ nachvollziehbar aus.

Jürgen Will

Eine schöne neue und dabei „smarte“ Welt, wie sie sich weder Science Fiction-Autor Isaac Asimov noch Aldous Huxley in seinem Roman „Schöne neue Welt“ ausgemalt haben. Huxley Visionen, die er 1932 beim Schreiben des dystopischen Romans im Jahr 2540 angesiedelt hat, wurden längst, zumindest im technischen Bereich, von der Wirklichkeit übertroffen. Bereits George Orwell, der 1946 seinen Zukunftsroman „1984“ schrieb, machte sich Gedanken über Informationen, die über Menschen gesammelt werden. Dies drückte er mit „Big Brother is watching you“ nachvollziehbar aus.

Denn eines ist sicherlich bereits Wirklichkeit geworden, die Gefahren die durch das Sammeln von Daten durch Dritte ausgehen. Alles noch so smarte in der Smart City hat seinen Preis: Das Daten sammeln und verarbeiten der persönlichen Daten eines jeden beteiligten Bürgers.

Visionen

Doch kommen wir auf den Inhalt des „Siemens Atlas der Digitalisierung“ zurück und greifen zunächst einige Visionen auf. Nachhaltigkeit in jeglicher Form ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen und betrifft natürlich auch die Datenverarbeitung, deren Infrastruktur und die Vernetzung in der Zukunft. Als ideale Möglichkeit des Energiesparen werden von den Beteiligten an dem visionären Projekt folgende Punkte im Bereich der intelligenten Gebäudetechnologien aufgeführt:

  • Brandschutz und Sicherheitsvorkehrungen
  • Temperaturfernmessung
  • Kontaktlose Steuerungen für Hygiene und Infektionskontrolle
  • Kontaktlose Sicherheit und Zugriffsberechtigungen
  • Digitales Remote-Belegungsmanagement
  • Digitalisierte, intelligente HLK-Lösungen (HLK = Heizung, Lüftung, Klima)
  • Personalisierte Arbeitsbereiche
  • Reinigungs- und Sanitärroutinen

Diese genannten Punkte sind bereits alle in der einen oder anderen Form in der Verwendung, nur eben nicht als Standard in allen Gebäuden. Fragt man die Wissenschaftler, so sind dies Anwendungen in der Zukunft, die zwingend notwendig sind. Doch dabei geht es nicht nur um die Menschen, Nachhaltigkeit und den Klimaschutz, sondern natürlich auch um Effizienz und die Möglichkeit höhere Preise für Immobilien oder deren Vermietung zu erzielen.

Sicherheit im Internet der Dinge

Städte werden zukünftig vernetzt wie nie zuvor sein, um eine höhere Lebensqualität und Sicherheit zu bieten. Dies geschieht über das Internet der Dinge. Doch schon immer waren Sorglosigkeit und Technikgläubigkeit Einfallstore für Kriminelle. Deshalb ist in der Smart City eine hohe Sicherheit der Daten ein wichtiger Aspekt, damit alles auch immer im besten Sinne funktionieren wird. Wehe uns, wenn Dritte, deren Absichten betrügerisch sind, unsere Daten erlangen. Darum wird im „Atlas der Digitalisierung“ speziell auch dieser Punkt, die Cybersicherheit, behandelt.

Sie sollten schon jetzt die eigenen Daten sicher gestalten, damit es in der Zukunft, die ohne Frage eine noch weiterreichende Vernetzung mit sich bringt, weiterhin sicher für Sie bleibt.

Wer jetzt leichtfertig seine Daten sammeln und verarbeiten lässt, der wird dies nicht rückgängig machen können und sich dem Risiko des gläsernen Bürgers aussetzen. Grundsätzlich sollten Sie sich bewusst sein, dass es Daten gibt, deren Verarbeitung sie entweder automatisch zustimmen, auf Nachfrage zustimmen oder die gar nichts im Internet zu suchen haben. Die Selektion sollten Sie gewissenhaft selbst ausführen.

Schnell erklärt: Das Internet der Dinge
Unter dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) versteht man die Verbindung von physischen Objekten mit der virtuellen Welt. Dabei werden „intelligente“ Geräte und Maschinen untereinander und mit dem Internet vernetzt. Auf diese Art erfassen sie relevante Informationen über deren unmittelbare Umgebung, analysieren die Daten und verknüpfen sie miteinander.
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Tipp der Redaktion:

Bereits jetzt tummeln sich im Internet Menschen mit bösen Absichten, die es auf Ihre Daten abgesehen haben. Ein Tipp, wie Sie das Risiko einschränken können.

Meine Meinung: Ja, eine smarte Welt mit smarten Haushaltshelfern ist bequem, selbstfahrende Autos sind es ebenfalls. Doch ich misstraue allen Geräten, die mich bespitzeln und meine Daten sammeln und verarbeiten, da ich nicht weiß, wer sie, trotz aller Datenschutzzusagen, bekommt. Nein, ich habe nichts zu verbergen, wüsste aber dennoch gerne, wer was und in welchem Umfang etwas über mich weiß.


Bildquelle: 2254769 © TheDigitalArtist @ pixabay.com

VG WORT
Über die/den Autor/in: Jürgen

Jürgen hat auf einer nicht staatlichen Fachhochschule IT studiert. Er ist seit Anfang der 1990er Jahre als Journalist tätig, war Ressortleiter bei einer Wochenzeitung, ist Redaktionsleiter für ein Musik-Magazin, das alle 8 Wochen in Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg erscheint und schreibt neben Blogs, Fachtexte und Bücher.

Jürgen