Google Konto nicht mehr erreichbar?

14. Dezember 2021 • News

Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Google Drive bietet Benutzern die Möglichkeit, Dokumente und Dateien in der Cloud zu speichern, zu bearbeiten und mit Teams zu teilen. Ein wunderbarer Filehosting-Dienst, der Arbeitsprozesse optimiert und mit dem man sich super organisieren kann. Jedenfalls dann, wenn man Zugriff auf sein Google-Konto hat. Andernfalls sieht das ganze ziemlich düster aus. Ein Erfahrungsbericht. 

Google Symbolbild

Als Freelancerin arbeite ich, wie viele andere meiner Kollegen, mit unterschiedlichsten Kunden und Kundinnen aus diversen Branchen zusammen. Doch eines haben fast alle gemein: Wir organisieren unsere Arbeit gerne über Google Drive. Hier teilen wir Dokumente und Tabellen, arbeiten synchron an Texten oder behalten auch einfach nur den Überblick über noch zu erledigende Arbeiten. Der Filehosting-Dienst Google Drive ist das erste, in das ich mich morgens einlogge, denn ohne ihn kann ich nicht arbeiten. Nirgendwo. So ist es einfach. Man kann sich vorstellen, welche Schnappatmung ich also bekam, als das Einloggen vor ein paar Wochen einfach so, von heute auf morgen, nicht mehr funktionierte. 

Es war ein dunkler, regnerischer Donnerstag Morgen…

… an dem ich mich, wie immer gegen 8 Uhr morgens an einem Werktag, in mein Google- Konto einloggen wollte. Auf dem Plan stand jede Menge arbeitet und weil ich gefühlt sowieso schon hinterher hinkte, war ich darauf bedacht, schnell anzufangen und strukturiert abzuarbeiten. Mein Plan ging allerdings nicht auf. Im Gegenteil: Er wurde sogar schlichtweg boykottiert! Eine Anmeldung war mir nicht möglich. Stattdessen teilt mir Google immer wieder neu mit, dass mein Konto gesperrt sei und ich mich anderweitig autorisieren müsse, um einen erneuten Zugang zu erhalten. 

Eigentlich nichts außergewöhnliches, denn immer wieder kann es vorkommen, dass Konten von kostenfreien Hosting-Diensten gehackt werden und dann ein Sicherheitsmechanismus greift, der den Zugang sofort sperrt.

Alexandra Dahmen

Blöd ist es dann allerdings, wenn einem die Möglichkeit der Autorisierung dann auch noch genommen wird. Obwohl ich bei Google exakt die Mail Adresse angab, mit der ich dort auch angemeldet war, teilte mir der Dienst Mal für Mal mit, dass eben jene E-Mail-Adresse in ihrem System nicht hinterlegt war. Wie bitte? Das musste ein Scherz sein. 

Was dann folgte, waren Stunden über Stunden der verschiedenen Versuche. Laptop an, Laptop aus. Ich durchwühlte unterschiedlichste Foren nach Hinweisen und Kommentaren von Menschen, die eventuell das gleiche oder wenigstens ein ähnliches Problem gehabt haben. Leider vergebens. 

Die Google-Hotline: Eine Hilfe, die eigentlich keine Hilfe war

Nachdem ich ziemlich ineffiziente anderthalb Stunde damit zugebracht hatte, irgendwie einen Zugang zu meinem Konto herzustellen und mir schon vorkam wie ein Unbefugter, der etwas illegales tat und am Sicherheitssystem des Cloud-Anbieters Google-Drive scheiterte, konnte ich gegen neun Uhr endlich jemanden bei der offiziellen Google-Hotline erreichen. Unter der Hamburger Nummer erreichte ich jedoch nur einen Sprachcomputer, der mir weder helfen noch mich irgendwie zu einem physischen Menschen durchstellen konnte – oder auch wollte. Da bin ich mir gar nicht so sicher. 

Eine liebe Kollegin, mit der ich parallel über das riesige Problem philosophierte, empfahl mir noch eine andere Hotline, an die ich mich mit meinem Dilemma einmal wenden sollte. Gewappnet mit einem Haufen Fragen (eine davon wäre übrigens gewesen, wer meinen Verdienstausfall der letzten Stunden bezahlen wird) und einer mittlerweile echt miesen Laune, wählte ich die Nummer. “Auf ein Neues”, dachte ich mir. 

Die wieder einmal erklingende, freundliche Computerstimme teilte mir mit, dass ich für die Verbindung mit einem Mitarbeiter bitte mein Support-Pin eingeben müsse. Anders könne mir nicht geholfen werden. Wo ich sie Support-Pin finden könne? In meinem Google-Konto. Großartig! Nicht. Ich fühlte mich verspottet. Ja, genau so fühlte ich mich. Zudem hatte ich das Gefühl, dass doch echt jeden Moment jemand aus der Ecke springen und “Versteckte Kamera!” rufen müsste. Aber da war keiner. Niemand. Nicht im Ansatz. 

Logo Ratgeber Datenrettung

Tipp der Redaktion:

Mir wurde abwechselnd heiß und kalt und beinahe automatisch ratterten Ideen zu den Themen  Datensicherungskonzept und Notfallwiederherstellungsplänen vor meinem inneren Auge ab! Detaillierte Infos dazu findet man im Übrigen auch hier.

Die temporäre Lösung? Eine neue Adresse!

Wohl wissend, dass mein Puls angesichts der zu leistenden Aufgaben immer schneller schlug, musste eine zeitige Lösung her. Und weil nicht damit zu rechnen war, dass ich meine Mailadresse bald wieder nutzen konnte, habe ich mir dann ein neues Konto erstellt. Meine Kunden und Kollegen habe ich über die Neuerung informiert und sie darum gebeten, alle nötigen Dokumente und Tabellen für mich freizugeben. Das hat dann tatsächlich auch wunderbar geklappt und es dauerte nicht lange, bis ich meine Arbeit an diesem Tag endlich aufnehmen konnte. 

Und dann geschehen doch noch Wunder!

Was war ich glücklich, dass endlich alles funktionierte und ich den Berg an Arbeit Stück für Stück bezwingen konnte. Am nächsten Tag setzte ich mich mit einem großen Elan erneut an den Schreibtisch und loggte mich bei Google ein. Allerdings hatte ich meine alte Mail und mein altes Passwort automatisch gespeichert, weswegen ich aus reiner Gewohnheit einfach auf “anmelden” klickte. Und siehe da: Es war alles wieder hergestellt. Wieso, Weshalb, Warum? Ich  muss gestehen: Ich habe keine Ahnung. Auf Anhieb funktionierte alles wieder und ich benötigte meine neu angelegte Mailadresse gar nicht. 

Bis heute bin ich wirklich verwundert über die Tatsache, dass mein herkömmliches Google-Konto ohne mein Zutun plötzlich doch wieder funktionierte. Woran auch immer es am Ende gelegen hat.


1991840” by ElisaRiva @ pixabay

VG WORT
Über die/den Autor/in: Alex

Alexandra Dahmen hat während ihres Studiums bereits als freischaffende Autorin für verschiedene Kunden und große deutsche Tageszeitungen gearbeitet.

Seit ihrem Studienabschluss 2016 hat sie sich im Rahmen ihrer Autorentätigkeit vor allem auf die Schwerpunkte Verbraucher, Freelancer und Gesundheit spezialisiert. Als Journalistin ist sie nach wie vor in den Bereichen Blaulicht und Celebrity tätig.

Alex